Profilreise nach Südfrankreich

sukAm 29.09.2015 war es endlich soweit, nach monatelanger sehnsüchtiger Erwartung sollte das Sprachenprofil seine Reise nach Südfrankreich, die neben unserer Profilreise auch einen Austausch beinhaltete, angehen.


Gestartet wurde mit einer Übernachtung in Nizza, wobei sich herausstellte, dass diese Stadt traumhaft schön ist und, um schöne Dinge zu sehen, nicht immer das hochwertigste Hotel vonnöten ist. So verbrachten wir als ganzes Profil zusammen in einem kleinen Bistro bei bester Pizza mit spontaner Livemusik den Abend und saßen danach noch lange am Strand, wo wir von vermeintlichen Engländern österreichisch veroascht wurden.  
Natürlich pünktlich zurück im Hotel ging der Spaß noch weiter, wir entdeckten ungewollte tierische Mitbewohner, eine Maus, in unserem Zimmer – schön! Mit Hilfe eines Ungaren, den wir als Kammerjäger auf die Maus ansetzten, versuchten wir, sie einzufangen. Dies ist uns nicht gelungen, irgendwann sind wir einfach eingeschlafen und am nächsten Tag ging es nach ein bisschen Sightseeing und einem langen Fußmarsch auf der Suche nach dem Bahnhof dann nach Digne-les-Bains, der Ort, wo uns unsere französischen Gastschüler sehnsüchtig erwarteten. Diese kannten wir ja bereits seit einem halben Jahr, wo sie uns in Hamburg besucht hatten.


Jetzt waren wir also alle für eine Woche dran, die Franzosen und deren <<savoir-vivre>> etwas  näher kennen zu lernen, was natürlich ganz im Sinne unseres Profilnamens „Sprache und Kultur“ steht. Während dieser Woche sahen wir unglaublich viel von der französischen Provence, was wir so mit einer normalen Profilreise wahrscheinlich nicht hinbekommen hätten. Wer kommt schon auf die Idee, als Profilreise kleine Dörfer in Frankreich zu besuchen? Für uns klang es demzufolge auch nicht allzu vielversprechend, dass Teil der Profilreise ein Austausch in ein 17000 Seelendorf ausmachen würde. Im Nachhinein sind wir alle jedoch mehr als dankbar für diese Erfahrung, die wir machen durften, da zum Einen auch das Leben ohne direkten Bus/-Bahnanschluss interessant und schön zu erfahren ist, zum Anderen ein Austausch einem sowohl sprachlich als auch menschlich viel mehr bringt, als nur eine auf das Profil zentrierte Reise. So können wir alle Fortschritte in der Anwendung der französischen Sprache verbuchen, haben Freunde in einem anderen Land gefunden und haben gelernt, uns selbstständig zurechtzufinden. So gesehen war der Austausch in jeglicher Hinsicht ein Gewinn, auch von den Dingen, die wir die Woche über noch erlebten.

Wir besuchten Marseille, eine Stadt, die uns alle ins Staunen versetzte; aufgrund ihrer engen Bebauung und Gassen sowie ihrer kompletten Diversität zum typisch deutschen Stadtbild und Lebensart.
Auch Moustiers durften wir sehen, ein Dorf auf 900 m Höhe, welches lediglich 700 Einwohner hat und als schönstes Dorf Frankreichs gekrönt wurde. Es war wirklich wunderschön und man hatte einen Ausblick auf viele Berge, über Häuser, die weiter unten gelegen waren, viele Wasserfälle und auf einen See mit türkisblauem Wasser, den wir danach als Platz für eine Mittagspause besuchten.
Auch an einer Wandertour nahmen wir Teil, wo uns wieder einmal die Kraft und Schönheit der Natur bewusst wurde. Es fiel auf war, dass am Ende nur die Deutschen Lust hatten, bis ganz nach oben zu klettern während die Franzosen gemütlich Mittagsschlaf in einem verfallenden Dorf auf „Dreiviertelhöhe“ des Berges hielten…

Das Wochenende verbrachten wir ohne schulisches Programm und unternahmen meistens etwas mit anderen Franzosen und deren deutschen Austauschpartnern. Wir gingen ins Schwimmbad, zu einem Handballspiel zweier unserer Austauschschüler, manche machten noch Bekanntschaft mit norwegischen Austauschschülern, die zur selben Zeit in Digne waren, oder wir verbrachten einfach entspannt Zeit zusammen. Die Abende wurden jeweils mit Feiern verbracht, die die Franzosen für uns geplant hatten oder in der Woche im Bowling-Center, im Park oder einfach zu Abend essend in unseren Familien. Die Woche verging für uns alle wie im Fluge, es fühlte sich so an, als wären wir gerade aus dem Zug ausgestiegen und sahen unsere Franzosen wieder, da lagen wir uns schon in den Armen, um uns zu verabschieden.

Doch bevor der Tag kam, gab es erst mal das Jahrhundertunwetter. Es war unser letzter Abend in Digne und es regnete schon den ganzen Tag über, doch dann fing es mit einem Mal an zu Stürmen und aus Eimern zu regnen. Es waren richtige Überschwemmungen, man stand bis zu den Knöcheln im Wasser und die meisten Franzosen bestätigten, dass sie so etwas noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen hätten. Das passt auch dazu, dass durch dieses Unwetter in Südfrankreich leider 17 Menschen ertranken. Da wir alle von der Medienwelt etwas abgeschnitten waren, erfuhren wir das Ausmaß dieses Unwetters aber erst am nächsten Morgen, was aber auch ganz gut so war; so konnte wir uns unsere Angst nicht so vergegenwärtigen. Pünktlich am nächsten Tag, dem Morgen der Abreise, schien dann aber auch wieder die Sonne für uns. Mit bedrückten Gesichtern verließen wir Digne, das wir alle in unser Herz geschlossen hatten.

Zum Glück war unsere Reise aber ja noch nicht vorbei, es erwartete uns noch eine Nacht in Nizza, bei der wir unserer Profilreise noch einmal unter uns ausklingen lassen konnten. Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung, gingen im Mittelmeer baden, besichtigten die Altstadt und ein bisschen Shopping stand natürlich auch auf dem Programm (von dem Unwetter merkte man in Nizza komischerweise überhaupt nichts mehr, außer, dass manche Läden ihre Kellergeschosse geschlossen lassen mussten). Abends gingen wir diesmal alle zusammen mit den Lehrern Essen und waren sehr angetan von der französischen Küche. Danach verbrachten wir unsere Zeit wieder mit allen zusammen am Strand.  Auch unsere Maus stattete uns wieder einen Besuch ab,  aber bei den schönen Erlebnissen lässt sich leicht darüber hinweg sehen. Am Montag, alle anderen Profile hatten bereits wieder Schule, während wir noch in Nizza verweilten, ging es dann bald zum Flughafen und die beste Profilreise ging zu Ende.

An diese Stelle noch einmal ein riesiges Dankeschön an Herrn Fromhage und Frau Adler und ihre französischen Kollegen, die das alles für uns ermöglicht und durchgesetzt haben. Wir haben uns alle sehr gefreut und sind dankbar für das, was wir erleben durften!

Lynn Ossenbrüggen, S3 , SuK

© Gymnasium Bondenwald 2017

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