Frankreichaustausch

Seit zwei Jahren verbindet ein Austausch der besonderen Art Niendorf und die Provence, das Gymnasium Bondenwald und das Lycée Alexandra David-Néel in Digne-les-Bains in den provençalischen Alpen.

Aus Kontakten, die Frau Kunadt und die dortige Deutschlehrerin, Chantal Creusot, geknüpft hatten, entstand zunächst das Konzept einer fächerübergreifenden Kooperation auf dem Gebiet der bildenden Kunst, das folgend auch Oberstufenchor und Jazzband des Bondenwald und den Leistungskurs Französisch einband und gegenwärtig auf die stabilen Füße eines Comenius-Projektes der EU gestellt wird.

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Nach Vorbereitungen 2006 waren im Februar 2007 erstmals 18 Schülerinnen und Schüler des zweiten Semesters unserer Schule mit Frau Kunadt und Herrn Radt in Digne zu Gast. Auf den Spuren der Künstler Andy Goldsworthy, Joan Fontcuberta und Herman de Vries, die Kunst und Natur in jeweils eigenen Konzepten zu verbinden suchen, erwanderten sie sich eine Woche lang Landschaft und Land Art in der geologisch einzigartigen Region, ergründeten unter umsichtiger Betreuung durch das örtliche Musée Gassendi (Museumskuratorin Christelle Nicolas) und Mme Creusot Geschichte und Gegenwart der 17000-Einwohner-Stadt und fanden herzliche Aufnahme in den Familien ihrer Austauschpartner. Die aus dieser Begegnung entstandenen Schülerarbeiten im Kunstbereich waren in der Folgezeit Gegenstand verschiedener Ausstellungen; unter anderem wurden sie im Rahmen des Jubiläums der Städtepartnerschaft Hamburg-Marseille gezeigt und als Frucht der Begegnung beider Regionen gewürdigt.

Ein Sinnspruch des aus Digne stammenden Philosophen Pierre Gassendi, den Herman de Vries in goldenen Lettern an einem schwer zugänglichen – und dennoch von uns erwanderten! – Felsen angebracht hat, ist nach und nach zum inoffiziellen Motto des gesamten Austauschprogramms geworden: „Ambulo ergo sum“ – ich wandle, also bin ich. Das lebensnahe Gegenprogramm zum „Cogito ergo sum“ – ich denke, also bin ich – des Gassendi-Zeitgenossen (und -Opponenten) Descartes lässt sich deuten als Aufforderung zum lebendigen Erfahren von Landschaft und Kultur, zur Wahrnehmung der Unterschiede zwischen Gast- und eigener Umgebung, und dies auf möglichst vielen Ebenen.
Der Gegenbesuch in Hamburg im November 2007 wurde dieser Aufforderung in verschiedener Hinsicht gerecht. Begleitet von Mme Creusot und der Kunsterzieherin Julie Ruffe-Raimon sowie von Herrn Radt, Frau Kunadt und Herrn Dr. Wäntig gelang es beiden Seiten, den Kontrast zwischen beiden Austauschstädten erlebbar werden zu lassen – und dies nicht allein in Hinblick auf das Hamburger Herbstwetter! Das Programm verwob Kulturelles, Schulisches und Alltägliches, das Erlebnis der norddeutschen Stadtbilder und Landschaften. Erkundet wurden u.a. Kunsthalle, Museum für Kunst und Gewerbe, Lübeck mit den Gewölben der Marienkirche und der Hamburger Hafen.

<hrdata-mce-alt="Horizonte" class="system-pagebreak" title="ein Austausch, der Horizonte öffnet" />

Dass der Oberstufenchor mit Herrn Christophersen besondere Akzente in der Rahmengestaltung dieses Aufenthaltes setzte, bereitete bereits den Grund für die nächste Begegnung beider Seiten: Den Besuch von Chor und Jazzband in Digne im März 2008. Erneut bot eine Frühjahrswoche den zeitlichen Rahmen für die kulturelle Begegnung zwischen Hamburg und der Provence – womit sich das Maß des von bisherigen Austauschbegegnungen am Bondenwald Gewohnten aber bereits erschöpft. Nicht nur stellte die Reise gegenüber den bis dahin erlebten Konzertreisen einen Sprung dar, was Vorbereitung, Rahmen und Intensität der interkulturellen Begegnung angeht – auch die Einbindung weiterer Institutionen wie der Musikakademie in Digne, die Unterbringung im « Gîte des trois vallées » inmitten der provençalischen Frühlingslandschaft vor den Toren der Stadt und die Rolle, die Schülerinnen und Schülern wie Begleitung (Herr Christophersen, Frau Kunadt) als „Kulturbotschaftern“ zuwuchs, sprengte den Rahmen des bislang Dagewesenen. Vier Konzerte, darunter eines im Kulturpavillon auf der zentralen Place Gassendi in Digne, fanden große Beachtung und trugen dazu bei, dass die Beziehung mit Hamburg, aber auch der Name des Gymnasiums Bondenwald, Eingang ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gefunden haben.
Erneut eigenen Charakter hatte der bislang jüngste Besuch von Bondenwald-Schülerinnen und Schülern in Digne. Im September 2008 fuhren 19 Teilnehmer des Französisch-Leistungskurses mit Frau Kunadt und Herrn Dr. Wäntig in die Provence. Stärker auf die Begegnung mit Literatur, Geschichte und Sprache beider Regionen konzentriert, brachte diese Reise die Begegnung nicht nur mit Landschaft und „klassischer“ Kunst wie im Atelier Paul Cézannes in Aix-en-Provence, sondern auch mit dem Werk Jean Gionos, der als Schriftsteller in Manosque, 60 Kilometer südlich von Digne gelegen, gewirkt hat und das europäische Bild der Provence mindestens ebenso nachhaltig geprägt hat wie die Bilder Cézannes. Den Begegnungen in den Austauschfamilien und mit der Partnerschule kam aber auch bei dieser Reise besondere Bedeutung zu. Nicht zuletzt konnten wir endlich dem Geheimnis des Namens – Lycée Alexandra David-Néel – nachgehen und im ehemaligen Haus der großen Tibet-Forscherin, heute Museum am Stadtrand von Digne, nacherleben, wie es Anfang des 20. Jahrhunderts einer einzelnen ‚starken Frau‘ gelingen konnte, nicht nur ins damals eigentlich unzugängliche Reich des Dalai Lama vorzudringen, sondern zugleich nachhaltig die Basis für das heutige (westliche) Wissen über Tibet zu legen – ein besonderer Kurs in Sachen Weltoffenheit und Horizonterweiterung.
Aktuell ist noch ein Gegenbesuch in Hamburg im April 2009 geplant. Parallel dazu laufen seit Februar die Vorbereitungen für ein Comenius-Projekt, in das die Erfahrungen aus den bisherigen Begegnungen einfließen werden und das die Begegnung in Kunst, Natur, Literatur und Sprache in besonderer Weise verbinden soll. Wenn dies gelingt und dem Antrag bei der EU stattgegeben wird, werden ab Herbst 2009 weitere Erfahrungen und Erlebnisse zwischen Digne und Hamburg möglich sein – und wieder, wie bisher jedes Mal, werden diese Begegnungen neu und vertraut zugleich sein. Und damit Horizonte öffnen, die dem weltoffenen Anliegen unserer Schule in besonderem Maße entsprechen.
Dr. W. Wäntig
Frau Holub

<hrdata-mce-alt="Erlebnisbericht" class="system-pagebreak" title="Ein Erlebnisbericht" />

 

Im April habe ich mit 29 anderen Schülern und Schülerinnen der Klassenstufe 7 (jetzt 8) am Frankreichaustausch teilgenommen. Er dauerte eine Woche.
Die Zugfahrt nach Caen (Hauptstadt der Normandie) war sehr aufregend. Obwohl die Fahrt über 10 Stunden dauerte, verging sie doch schnell.
Wir mussten zweimal umsteigen, einmal in Köln, das zweite Mal in Paris. In Caen angekommen haben uns unsere Austauschpartner in Empfang genommen. Ich kam in eine sehr nette Familie mit drei Jungen, was aber überhaupt nicht schlimm war.
Am nächsten Morgen ging es ganz früh los. Wir besuchten alle zusammen eine Glockengießerei. Danach machten wir eine sieben Kilometer lange Wattwanderung zum berühmten Kloster Mont Saint Michel.
Vor dem Abendessen trafen mein Austauschpartner und ich uns noch mit den anderen, die in der Nähe untergebracht waren. Es war sehr witzig.
Am folgenden Tag besichtigten wir alle eine Käserei. Das Beste war die Käseprobe und wir kauften natürlich ordentlich ein. Von dort aus fuhren wir zu der wunderhübschen kleinen Stadt Honfleur, doch die Zeit dort war viel zu kurz.
Das Wochenende verbrachten wir mit unseren Gastfamilien.
Meine zeigte mir Caen, wir gingen zum Jahrmarkt und sie fuhren mit mir ans Meer.
Am Montag ging für die französischen Schüler die Schule wieder los, sie wurde uns gezeigt und wir nahmen am Unterricht teil.
Am Dienstag haben wir Deutschen eine Rallye durch die Innenstadt Caens gemacht.
Abends fand dann schon unser letztes Treffen mit Buffet und Musik statt.
Mittwochmorgen war ein tränenreicher Abschied am Zug.
Wie schnell die Zeit doch vergangen ist!
Im Mai kamen die Franzosen zu uns und wir haben ihnen unsere Stadt gezeigt.
Wir hatten sehr viel Spaß und ich kann jedem empfehlen einen Austausch mitzumachen!

Christine Kleist 8b

 

© Gymnasium Bondenwald 2017

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